Wo die Tarifstufen eng beieinander liegen
Schwyz hat von allen Kantonen unserer Serie die flachsten Sprünge zwischen den Tarifstufen. Ein abzugsberechtigtes Kind senkt den Quellensteuerabzug hier um rund 1'200 Franken im Jahr – in Zürich sind es über 3'000. Und zwischen dem Tarif für Alleinverdiener und jenem für Doppelverdiener liegen 3.00 Prozentpunkte, in Genf mehr als das Doppelte.
Das heisst: Ein falscher Tarifcode wirkt sich in Schwyz betragsmässig milder aus. Es heisst nicht, dass er folgenlos bleibt.
Der Use Case
Ein Ehepaar, beide berufstätig, drei gemeinsame abzugsberechtigte Kinder, Löhne von 174'000 und 157'000 Franken. Auf der Abrechnung des Ehemanns steht B2, auf jener der Ehefrau C0. Korrekt wäre bei beiden C3 gewesen.
Gerechnet mit den Schwyzer Tarifen 2026 ohne Kirchensteuer, bei zwölf gleichen Monatslöhnen ohne 13. Monatslohn und ohne Bonus:
- Ehemann: 5.18 % statt 7.06 % – rund 3'271 Franken zu wenig im Jahr
- Ehefrau: 8.51 % statt 6.16 % – rund 3'689 Franken zu viel im Jahr
- Zusammen: rund 418 Franken zu viel
Die kleine Nettozahl täuscht
418 Franken klingen nach einer Rundungsdifferenz. Auf den beiden Löhnen zusammen laufen aber knapp 7'000 Franken falsch – sie heben sich nur weitgehend gegenseitig auf, weil die zwei Fehler in entgegengesetzte Richtungen ziehen.
Für die Ehefrau ist dieses Geld real gebunden: Ihr werden Monat für Monat rund 307 Franken zu viel abgezogen. Dass ihrem Mann gleichzeitig zu wenig abgezogen wird, hilft ihr nicht – jeder Ehegatte hat sein eigenes Quellensteuerverhältnis zum Kanton.
Und wie in Aargau gilt: Das Beinahe-Gleichgewicht ist eine Eigenheit dieser Lohnkombination, keine Eigenschaft des Kantons. Schon ein paar tausend Franken Unterschied verschieben es deutlich.
Was diese Zahlen sind – und was nicht
Sie betreffen den laufenden Quellensteuerabzug, nicht die definitive Steuer. Weil in diesem Use Case bereits ein Ehegatte über 120'000 Franken verdient, wird das Ehepaar ohnehin ordentlich veranlagt, und die bezahlte Quellensteuer wird dort angerechnet.
Wie der Schwyzer Tarif gebaut ist
Schwyz hat den tiefsten Deckel der gerechneten Kantone: 18.99 Prozent, noch unter Zug mit 20.00 und weit unter Genf mit 40.49. Erreicht wird er erst über 1'000'001 Franken im Monat — praktisch steigt die Skala also für jeden Lohn, den eine Lohnbuchhaltung je verarbeitet.
Die ersten 2'451 Franken Monatslohn bleiben aus dem Tarif heraus, einen Mindestbetrag gibt es nicht. Dazwischen staffelt der Kanton in 50er-Schritten bis 40'001 Franken im Monat — weiter als jeder Kanton dieser Serie ausser Zug.
Das tiefe Niveau ist es, was Fehler hier leise macht. Derselbe falsche Buchstabe, der in Genf Tausende kostet, ergibt in Schwyz einen bescheidenen Monatsbetrag — klein genug, um eine Kontrolle zu überstehen, die nur schaut, ob der Nettolohn ungefähr stimmt.
So prüfst du deine Abrechnung
Der Tarifcode auf der Lohnabrechnung besteht aus drei Teilen: Tarifbuchstabe, Zahl der abzugsberechtigten Kinder, Kennung für die Kirchensteuer. Prüf alle drei gegen eure tatsächliche Situation, und zwar auf beiden Abrechnungen.
In Schwyz sind die Monatsbeträge klein – genau das lässt einen falschen Code jahrelang unbemerkt stehen. Findest du etwas, melde es der Personalabteilung. Für abgeschlossene Jahre ist eine Quellensteuerkorrektur grundsätzlich bis zum 31. März des Folgejahres zu beantragen. Welche Steuer am Ende tatsächlich auf euch zukommt, zeigt erst eine Rechnung über beide Löhne zusammen – siehe unsere Steuerberatung für Schwyz.
Die Serie: derselbe Fehler in anderen Kantonen
- Zürich – wo die Kinder am stärksten entlasten
- Genf – der teuerste Tarifbuchstabe
- Zug – tiefes Niveau, relativ grosse Abweichung
- St. Gallen – beide Effekte stark
- Aargau – der fast unsichtbare Fehler
- Thurgau – wenn der Haushalt zu wenig zahlt
- Was ein Kind beim Quellensteuerabzug wert ist