Steuertipp #8 – Krankenkassenabzüge optimal nutzen

Steuertipp #8 – Krankenkassenabzüge optimal nutzen

„An apple a day keeps the doctor away“ – schön wär’s.Denn selbst mit einem gesunden Lebensstil bleiben Krankheitskosten nicht aus.
Wie lassen sich Krankheitskosten, Prämien und Selbstbehalte in der Steuererklärung richtig abziehen?

FIN erklärt, welche Abzüge möglich sind, wo die kantonalen Unterschiede liegen und wie du mit ein paar Praxistipps das Beste aus deiner Steuererklärung herausholst.



Welche Krankheitskosten sind steuerlich absetzbar?

Viele Krankenkassen stellen auf Anfrage jährlich eine Übersicht über Prämien und Gesundheitskosten aus – ein hilfreiches Dokument für die Steuererklärung.

Abzugsfähig sind grundsätzlich Kosten, die medizinisch notwendig sind und nicht von der Krankenkasse übernommen werden.



Abzugsfähige Krankheitskosten im Überblick

Ärztliche Behandlungen:

  • Hausärzte, Fachärzte, Spitalaufenthalte
  • Medikamente, Impfungen

Zahnmedizinische Leistungen:

  • Zahnbehandlungen und Korrekturen
  • Dentalhygiene
  • Leistungen von Zahntechnikern

Alternativmedizin:

  • Behandlungen durch anerkannte Naturheilpraktiker

Hilfsmittel:

  • Brillen, Kontaktlinsen, Augenlasern
  • Hörgeräte
  • Prothesen und medizinische Apparate

Therapien & Reha:

  • Massagen, Kuraufenthalte
  • Ergotherapie, Logopädie, Psychotherapie

Spezialernährung:

  • Diätkosten bei Krankheiten wie Diabetes oder Zöliakie

Tipp:
Auch Einkäufe in Apotheken oder Drogerien sind oft abziehbar – wenn sie ärztlich verordnet sind.
Mit Smart eTax kannst du Quittungen digital erfassen und strukturiert ablegen.



Krankenkassenprämien und Selbstbehalte richtig eintragen

Krankenkassenprämien und selbst bezahlte Krankheitskosten können dein steuerbares Einkommen reduzieren, sofern sie den gesetzlichen Selbstbehalt übersteigen.

So gehst du vor:

  1. Addiere alle selbst getragenen Krankheits- und Unfallkosten.
  2. Ziehe den Selbstbehalt gemäss deines Kantons ab.
  3. Trage den Restbetrag auf Seite 3 deiner Steuererklärung ein:
    „Zusätzliche Abzüge – Krankheits- und Unfallkosten“ (mit Beiblatt).


Kantonale Unterschiede bei Krankheitskosten & Krankenkassenprämien

Die Höhe des Selbstbehalts und der anerkannten Krankenkassenprämien variiert stark zwischen den Kantonen.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Regelungen:

KantonSelbstbehaltAbzugsfähige KostenPauschalabzug Krankenkassenprämie
AargauNettoeinkommen × 5 ÷ 95Alle Kosten über diesem BetragVerheiratet CHF 6’400 / Übrige CHF 3’200 / + pro Kind gemäss Kinderabzug (siehe Blogbeitrag)
Bern5 % des ReineinkommensAlles über 5 %Mit Säule 2/3: CHF 3’600 / CHF 1’800; Ohne Säule 2/3: CHF 5’400 / CHF 2’700 / + CHF 700 pro Kind
Zürich5 % des NettoeinkommensAlles über 5 %Mit Säule 2/3: CHF 5’200 / CHF 2’600; Ohne Säule 2/3: CHF 7’800 / CHF 3’900 / + CHF 1’300 pro Kind
Luzern5 % des NettoeinkommensAlles über 5 %Mit Säule 2/3: CHF 5’000 / CHF 2’600; Ohne Säule 2/3: CHF 6’400 / CHF 3’300 / + CHF 700 pro Kind
St. Gallen2 % des NettoeinkommensAlles über 2 %Mit Säule 2/3: CHF 6’400 / CHF 3’200; Ohne Säule 2/3: CHF 7’400 / CHF 3’700 / + CHF 1’000 pro Kind
Solothurn5 % des NettoeinkommensAlles über 5 %Mit Säule 2/3: CHF 5’000 / CHF 2’500; Ohne Säule 2/3: CHF 7’500 / CHF 3’750 / + CHF 650–975 pro Kind
Basel-LandschaftNettoeinkommen × 5 ÷ 95Alles über diesem BetragMit Säule 2/3: CHF 4’000 / CHF 2’000; Ohne Säule 2/3: CHF 7’500 / CHF 3’750 / + CHF 450 pro Kind
Schwyz3 % des NettoeinkommensAlles über 3 %Mit Säule 2/3: CHF 6’400 / CHF 3’200; Ohne Säule 2/3: CHF 9’600 / CHF 4’800 / + CHF 400 pro Kind



Bundesweite Regelung (direkte Bundessteuer)

BeitragsstatusVerheiratetÜbrige SteuerpflichtigePro Kind
Mit Säule 2 oder 3aCHF 3’600CHF 1’800CHF 700
Ohne Säule 2 oder 3aCHF 5’400CHF 2’700CHF 700



Praxistipps für deine Steuererklärung

Tipp 1:
Vergiss kleine Ausgaben nicht – auch Apothekenkäufe, Drogerieartikel oder Transportkosten zu Therapien zählen, wenn sie medizinisch notwendig sind.

Tipp 2:
Trage in deiner Steuererklärung immer den maximal zulässigen Pauschalbetrag für Krankenkassenprämien ein.

Fazit: Krankheitskosten clever nutzen

Krankheitskosten und Krankenkassenprämien gehören zu den wichtigsten steuerlich abzugsfähigen Positionen in der Schweiz.
Mit etwas Vorbereitung, sorgfältiger Dokumentation und digitaler Unterstützung kannst du deine Steuerlast deutlich senken.

Wer seine Ausgaben kennt und die kantonalen Unterschiede beachtet, profitiert langfristig – und bleibt auch finanziell gesund.

FIN – Klarheit für deine Finanzen. Struktur für deine Steuererklärung.


Haftungsausschluss:
Die Inhalte dieses Blogs dienen ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken. Sie stellen keine Finanz-, Anlage- oder Steuerberatung dar und können eine individuelle Beratung durch qualifizierte Fachpersonen nicht ersetzen. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen die Autoren oder Betreiber, die sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der dargestellten Informationen entstehen, sind grundsätzlich ausgeschlossen. Beiträge können persönliche Meinungen und Einschätzungen wiedergeben, die sich im Laufe der Zeit ändern können. Externe Links führen zu Inhalten Dritter, für deren Inhalte wir keine Verantwortung übernehmen. Der Handel mit Finanzinstrumenten sowie Steuerentscheidungen beinhalten Risiken; vergangene Entwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Loading…