Wer arbeitet, darf abziehen – aber wie viel hängt vom Kanton ab.
Die Schweiz bietet Arbeitnehmenden eine Vielzahl an steuerlichen Berufsauslagen.
Doch die Regelungen unterscheiden sich je nach Kanton deutlich.
FIN erklärt, welche Kosten du abziehen kannst, wo die kantonalen Unterschiede liegen – und wie du deine Steuererklärung optimal vorbereitest.
Was sind Berufsauslagen?
Unter Berufsauslagen versteht man berufsbedingte Kosten, die durch deine Arbeit entstehen und die nicht vom Arbeitgeber übernommen werden.
Dazu gehören z. B. Fahrkosten, Verpflegung, Arbeitsmittel, Weiterbildung oder Mehraufwendungen bei Wochenaufenthalt.
Tipp:
Ob Zürich, Bern, Aargau oder Zug – jeder Kanton legt seine eigenen Pauschalen und Grenzwerte fest.
Ein Blick in die kantonale Wegleitung lohnt sich.
Berufsauslagen im Überblick – Unterschiede nach Kanton
Kanton Zürich
- Pauschalabzug: 3 % des Nettolohns, mind. CHF 2’000, max. CHF 4’000
- Fahrkosten: max. CHF 5’000 (Staatssteuer), CHF 3’200 (Bund); ÖV-Abos anerkannt
- Verpflegung: CHF 15/Tag (ohne Arbeitgeberbeteiligung, max. CHF 3’200/Jahr); CHF 7.50/Tag (mit Beteiligung, max. CHF 1’600/Jahr); CHF 15/Schichttag bei Nachtarbeit
- Wochenaufenthalter: Mehrkosten für Unterkunft, Verpflegung und Heimreise abziehbar
- Nebenerwerb: 20 % der Einkünfte, mind. CHF 800, max. CHF 2’400
- Zweiverdienerabzug: CHF 5’900 (Kanton), 50 % vom tieferen Einkommen, mind. CHF 8’100, max. CHF 13’400 (Bund)
Kanton Bern
- Pauschalabzug: 3 % des Nettolohns, mind. CHF 2’000, max. CHF 4’000
- Fahrkosten: ÖV-Abos anerkannt
- Verpflegung: wie Zürich
- Wochenaufenthalter: ortsübliche Unterkunftskosten (Zimmer, Studio etc.) abziehbar
- Nebenerwerb: 20 % der Einkünfte, mind. CHF 800, max. CHF 2’400
- Zweiverdienerabzug: 2 % des gemeinsamen Einkommens, max. CHF 9’300 (Kanton); 50 % vom tieferen Einkommen (Bund)
Kanton Aargau
- Pauschalabzug: 3 % des Nettolohns, mind. CHF 2’000, max. CHF 4’000
- Fahrkosten: max. CHF 7’000 (Kanton), CHF 3’000 (Bund); ÖV-Abos anerkannt
- Verpflegung: Mehraufwand bei Mittagessen auswärts abziehbar
- Wochenaufenthalter: Unterkunft und Heimfahrten bis CHF 7’000 (Bund: CHF 3’000)
- Nebenerwerb: 20 %, mind. CHF 800, max. CHF 2’400
- Zweiverdienerabzug: max. CHF 600 (Kanton), 50 % vom tieferen Einkommen (Bund)
Kanton St. Gallen
- Pauschalabzug: CHF 700 + 10 % des Nettolohns, max. CHF 2’400
- Fahrkosten: ÖV-Abos anerkannt, CHF 700 für Velo/Kleinmotorrad
Verpflegung: wie Zürich - Wochenaufenthalter: Unterkunftskosten CHF 500–800/Monat; Verpflegung CHF 30/Tag (max. CHF 6’400) bzw. CHF 22.50/Tag (max. CHF 4’800)
- Nebenerwerb: 20 %, mind. CHF 800, max. CHF 2’400
- Zweiverdienerabzug: CHF 500 (Kanton), 50 % vom tieferen Einkommen (Bund)
Kanton Basel-Landschaft
- Pauschalabzug: 3 % des Nettolohns (min. CHF 2’000, max. CHF 4’000 Bund); CHF 500 Kanton
- Fahrkosten: max. CHF 6’000 (Kanton), CHF 3’200 (Bund); CHF 700 für Velo/Kleinmotorrad
- Verpflegung: CHF 15/Tag (max. CHF 3’200); CHF 7.50 (Verbilligung, max. CHF 1’600); Schichttag CHF 15, max. CHF 3’200
- Wochenaufenthalter: Unterkunft + Heimfahrt abziehbar; Verpflegung CHF 30/Tag (ohne Verbilligung, max. CHF 6’400)
- Nebenerwerb: 20 %, mind. CHF 800, max. CHF 2’400
- Zweiverdienerabzug: CHF 1’000 (Kanton), 50 % Bund (min. CHF 8’100, max. CHF 13’400)
Kanton Thurgau
- Pauschalabzug: 3 % des Nettolohns, mind. CHF 2’000, max. CHF 4’000
- Fahrkosten: max. CHF 6’000 (Kanton), CHF 3’200 (Bund); CHF 700 für Velo/Kleinmotorrad
- Verpflegung: CHF 15 (Hauptmahlzeit, max. CHF 3’200); CHF 7.50 (Verbilligung, max. CHF 1’600)
- Wochenaufenthalter: Verpflegungskosten CHF 30 (ohne Verbilligung, max. CHF 6’400)
- Nebenerwerb: 20 %, mind. CHF 800, max. CHF 2’400
- Zweiverdienerabzug: keiner (Kanton), 50 % vom tieferen Einkommen (Bund)
Kanton Luzern
- Pauschalabzug: 3 % des Nettolohns, mind. CHF 2’000, max. CHF 4’000
- Fahrkosten: ÖV-Abos, CHF 700 für Velo/Kleinmotorrad; bei Auto 70 Rp./km (max. CHF 6’300 Kanton, CHF 3’200 Bund)
- Verpflegung: CHF 15 (pro Hauptmahlzeit, max. CHF 3’200); CHF 7.50 (Verbilligung, max. CHF 1’600)
- Wochenaufenthalter: Verpflegung CHF 22.50–30 (je nach Arbeitgeberbeteiligung), max. CHF 4’800–6’400
- Nebenerwerb: 20 %, mind. CHF 800, max. CHF 2’400
- Zweiverdienerabzug: CHF 4’800 (Kanton), 50 % vom tieferen Einkommen (Bund)
Kanton Zug
- Pauschalabzug: 3 % des Nettolohns, mind. CHF 2’000, max. CHF 4’000
- Fahrkosten: ÖV-Abos, privates Fahrzeug (70 Rp./km Auto, 40 Rp./km Motorrad); max. CHF 6’000 (Kanton), CHF 3’000 (Bund)
- Verpflegung: CHF 15/Tag (normal), CHF 7.50/Tag (verbilligt); max. CHF 3’200 bzw. CHF 1’600 pro Jahr
- Wochenaufenthalter: Unterkunft + Verpflegung abziehbar; Pauschale CHF 3’200 (oder CHF 1’600 bei Verbilligung)
- Nebenerwerb: 20 %, mind. CHF 800, max. CHF 2’400
- Zweiverdienerabzug: CHF 4’400 (Kanton), 50 % vom tieferen Einkommen (Bund)
Fazit: Berufsauslagen lohnen sich – je nach Kanton unterschiedlich
Die Unterschiede bei Berufsauslagen und Abzügen sind erheblich – und können deine Steuerlast spürbar beeinflussen.
Während einige Kantone grosszügige Pauschalen oder klare Regelungen für Fahr- und Verpflegungskosten bieten, setzen andere eigene Prioritäten.
Besonders der Zweiverdienerabzug variiert stark – ein wichtiger Punkt für Paare und Familien.
FIN-Tipp:
Mit der richtigen Planung, sauberen Belegen und den Tools von Smart eTax kannst du viele Abzüge optimal nutzen und deine Steuererklärung stressfrei vorbereiten.
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